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Ein Erfahrungsbericht von FMC Pilot Christian Meusinger:

 

Nachdem wir schon 2015 beim 3 tägigen Revival der „International Six-Days Enduro“ von 1981 auf Elba dabei waren, haben sich mein Kumpel Axel und ich nochmals auf den Weg gemacht, um auch dieses Jahr bei der 2ten Auflage teilzunehmen. Nach 9 Stunden Autofahrt, einigen Cappuchini und einer 50 minütiger Überfahrt mit der Fähre ab Piombino, sind wir dann pünktlich im Fahrerlager in Portoferraio eingetroffen.

Das Rennen fand diesmal vom 29. bis zum 31 Oktober statt und wir hatten uns entschieden die Reise etwas entspannter zu machen und auf einen zusätzlichen Anreise und Abreisetag auszudehnen. Bei angenehmen 20 bis 25 Grad und italienischer Küche bleibt man ja gerne auch etwas länger.

Nach überstandener technischer Abnahme der Motorräder im Hafen, streng nach FIM Regeln denn das Rennen zählt zur italienischen FIM Veteranen Serie, wurde das Motorrad in den Park Ferme gebracht. Ca 180 Fahrer waren gemeldet, unter anderem EX Weltmeister wie Alessandro Gritti, Brissoni oder Stefano Passeri, aber auch weitere erfolgreiche Fahrer der 80er Jahre. Ausserdem auch einige internationale Fahrer die bis zu 20 Rennen im Jahr fahren, unter anderem auch der Husquarna Guru Andy Elliot und seine Renntruppe aus England und natürlich sehr viele Italiener die alle irgendwann einmal Enduro oder Motocross gefahren sind.

Von 50ccm zur offenen Klasse bis maximal Jahrgang 1986 war alles vertreten. Die Klassen waren unterteilt in Lizenzfahrer und der „Gentlemen“ Klasse ohne Lizenz, in welcher ich mich angemeldet hatte. Die Strecken waren jeweils identisch, jedoch war es den „Gentlemen“ am 2ten Tag selbst überlassen ob sie nur eine oder drei Runden fahren wollen, die erste Runde wurde in das Klassement aufgenommen.

Es gab pro Runde drei Sonderprüfungen bestehend aus einem Endurotest, dem Crosstest und am Ende der Beschleunigungstest. Obligatorisch war natürlich der Starttest jeden Morgen direkt nach dem Parc Ferme.

Wie man sich vorstellen kann, waren alle Sonderprüfungen italienisch anspruchsvoll aber fahrbar. Das Highlight für mich war aber die Transferstrecke mit der unglaublich schönen und auch technischen Wegführung quer durch Elba, mit Ausblicken in Buchten und mit Weitsicht teilweise über die komplette Insel.

Wie üblich wurden die Sonderprüfungen nach Zeit gewertet und entsprechend Strafsekunden verteilt, z.B bei zu später (oder früher) Ankunft an den Kontrollpunkten.

 

 

 

 Tag 1

Die Prüfungen liefen sportlich gesehen ganz gut, mit meiner originalen KTM 250 GS Bj. 81 hatte ich mich im Mittelfeld festgesetzt. Der Endurotest war ein steiler, steiniger und vom Tau nasser Single Trail der dadurch nicht einfacher wurde. Ich hätte gerne gesehen wie die 50ccm Maschinen da durchgefahren sind, aber dazu blieb natürlich keine Zeit. Der Crosstest war dieses Jahr viel runder im Vergleich zum letzten Jahr gesteckt, was mir und meiner GS sehr entgegenkam. Der Beschleunigungstest folgte dann im Hafen kurz vor der Ankunft und meine KTM lief perfekt und hatte richtig Power. Da war ich dann auch klar vorne mit dabei.

Tag2

Gleiche Prüfungen wie am Vortag und die Zeiten wurden besser, alles war bestens. Auch hatten wir neue Fahrerkollegen beim Start gefunden (immer neue 2 -3 Fahrer), da sich das Feld ja nach Ergebnis formierte. Man unterhält sich, fährt zusammen und hilft sich unterwegs bei Pannen. Der Endurotest und der Crosstest liefen wieder prima aber der Beschleunigungstest war weniger gut da ich etwas fetter bedüst hatte und ausserdem die Kupplung so langsam ans Ende kam.

Tag 3

Ich nehme es gleich vorweg, das Rennen lief „nicht gut“ aber wir hatten trotzdem viel Spass. An diesem Tag gab es nur den üblichen Transfer über den Endurotest zum Crosstest, nur der Crosstest wurde am Ende gewertet. Im Crosstest wurde dann in kleinen Gruppen gestartet. Wie bei einem Motocross Rennen starteten alle zusammen und es sollten 3 Runden mit jeweils ca 6 Minuten gefahren werden. Hörte sich ja auch alles gut an, aber wenn das Motorrad direkt vor dem Start nicht anspringt, man es nur mit „anrollen“ ins Dorf wieder an bekommt und dann mit fliegendem Start den Kollegen mit ca 3 Minuten Abstand hinterherfährt, dann ist das pures Adrenalin. Das Schöne war, dass sehr viele Zuschauer da waren die dann gepuscht haben, das war wirklich Rennfeeling.

Als ich dann meine Kollegen am Ende der ersten Runde in Sichtweite hatte, kam die kleine aber mit tiefen Spurrillen bespickte Wasserdurchfahrt. Leider hatte ich mir eine Spur mit einem kleinen Anlieger ausgesucht, der war aber dann zu Tief. Das Motorrad stoppte, der Motor war aus und sprang nicht mehr an. Ende Gelände sozusagen und das Wort „Gentlemen“ war dann kurzerhand fluchend ausser Kraft gesetzt.

Ich hatte dann noch die Gelegenheit den Kollegen und all den anderen Fahrern zuzuschauen. Am Ende waren die Führenden mit Lizenz dran, es waren alle Weltmeister und exGP Fahrer dabei die mit ihren modifizierten Maschinen richtig schnell waren. Gabeldurchmesser, Motoren, Fahrwerke etc. waren entweder altes Werksmaterial oder sehr gut gemacht, alle Achtung welches Tempo da gefahren wurde.

In der Gesamtwertung hat man mich am Tag 3 dann unterschiedlich platziert, in der Tageswertung natürlich ohne Wertung aber trotz Ausfall hatte ich insgesamt noch den 11ten Platz, also noch das Mittelfeld erreicht. Vielleicht hat sich das später noch geändert, war mir aber dann eigentlich auch egal. Mein Kumpel Axel hat doch tatsächlich den 3ten Platz in seiner Lizenzklasse bis 500ccm Bj 86 gemacht und einen netten Pokal mit heimgebracht.

Beim Abendessen am letzten Tag ist dann der Plan geschmiedet worden, nächstes Jahr auch die möglichen technischen Modifikationen auszunutzen und dann auch evtl. in der Lizenzklasse zu starten. Da kann ich mich dann mit den Weltmeistern messen, naja zumindest mit ihnen am Start stehen.

 

 

 

Enduro Status

 

Nächstes Training Sommerzeit 14 -17 Uhr:

3.6.2017

gelb = Training geplant
grün = Training findet statt
rot = Training abgesagt

Status vom 15.5.2017 · 8:35 Uhr

 

 

 


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